Literaturtipps

Brandes, Tanja und Decker, Markus: Ostfrauen verändern die Republik. Ch. Links Verlag

Dieses Buch hat mich als Kind des Ostens sehr beeindruckt. Wahrscheinlich ist vielen Frauen meiner Generation gar nicht bewusst, welches Erbe ihnen durch die DDR in die Wiege gelegt wurde. Das vorliegende Buch beleuchtet durch Interviews mit bekannten und weniger bekannten Frauen der DDR, quer durch alle Berufsgruppen, deren Prägung durch das DDR-Bild der Frau – wie sie durch die Wendezeit kamen, sich im neuen kapitalistischen System zurechtfanden und kritisch, aber auch stolz, auf ihr DDR-geprägtes Frauendasein zurückblicken. Keineswegs lohnt sich diese Literatur nur für „Ostfrauen“. Das Zusammentreffen mit Feministinnen aus dem Westen, deren Prägungen und das erste Vergleichen der Werte sowie die Einheit aus beidem Mitgebrachten bis heute sind äußerst lesenswert. Toll auch der abschließende Blick auf die Männerwelt zur Wendezeit! Für mich erschloss sich beim Lesen des Buches ein bisher wenig wahrgenommenes Erbe, der veränderte Blick auf die Frauen meiner eigenen Familie, ein gewisser „Aha-Effekt“ und nicht zuletzt auch ein Gefühl des Aufbruches und des Mutigseins. Sehr lesenswert, unterhaltsam und dabei objektiv genug, um den Leser:innen eigene Erkenntnisse zu ermöglichen. Cindy

Brantenberg, Gerd: Die Töchter Egalias – Ein Roman über den Kampf der Geschlechter. Verlag Frauenoffensive

Ein Roman über die vertauschten Geschlechterrollen. Das peinliche Gebaumel zwischen den Beinen versuchen die Männer mit einem PH (Penishalter) zu bändigen. Sie schämen sich ihres Bartwuchses, ihres ausfallenden Haupthaares im Alter und der in der Pubertät dunkler werdenden Stimme. Den Frauen werden sie nie das Wasser reichen können… Eine ironische Utopie, die mich in meiner Pubertät super begeistert hat. Frederike

Merian, Svende: Der Tod des Märchenprinzen. Rowohlt Taschenbuchverlag

Dieser Roman bietet einen super Einblick in die Zeit der achtziger Jahre: WG, Demos, Frauengruppen. Mittendrin die verknallte Svende, die versucht mit Arne eine gleichberechtigte Beziehung zu führen. Aber es klappt nicht. Sie entlarvt die Klischees vom Märchenprinzen. Außerdem ist Arne politisch zwar super korrekt, demonstriert in Gorleben mit, ist auch irgendwie links, aber eben nicht feministisch genug. Ein langes Hin und Her folgt und die beiden ringen um eine irgendwie „entzauberte“ Partnerschaft. Arne antwortet mit seinem Roman wenige Jahre später und verarbeitet so einen Eindruck der Beziehung mit dieser kritischen Feministin. Frederike

Piewitz, Arne: Ich war der Märchenprinz. Buntbuch Verlag

Aus heutiger Sicht haben sich die Träume vom „Märchenprinz“ nicht geändert. Viele träumen heute noch von einer gleichberechtigten Beziehung. Ich finde es gut, wie die beiden Protagonisten versuchen ehrlich mit ihren Wünschen und Ängsten umzugehen. Für mich waren diese Romane als junges Mädchen sehr erhellend. Frederike